Reaktion auf die letzte Episode: Episode 228 Ist Finanzielle Bildung wirklich ein Allheilmittel?

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Hallo zusammen,

ein wichtige Episode! Danke!

Ein Staat wie die Bundesrepublik braucht geradezu finanzielle Analphabeten!

Denn der Souverän wird auf diese Weise garantiert nicht lästig. Aus meiner Zeit als Referent für einen Haushälter im Bundestag weiß ich noch, wie entspannt es war, dem Bürger nie, aber auch wirklich nie (!) Rede und Antwort stehen zu müssen.

Hierzulande regen sich alle über alles mögliche auf; aber es befasst sich niemand mit den Einzelplänen der Bundesministerien und dem Treiben im Königsausschuss des Bundestages (dem eigentlich mächtigsten Gremium im Parlament).

Die Herrschaften können dort im Wesentlichen völlig unbehelligt machen, was sie wollen. Das Wahlvolk interessiert es nicht. Der Grund für dieses Desinteresse ist sehr einfach: Interesse bildet sich nur dort, wo es wenigstens grundlegende Kenntnisse gibt; nur dort entsteht der Wunsch, auf diesem Boden profunderes Wissen keimen zu lassen.

Ist das alles Absicht? Gibt es gar eine Verschwörung der Politik zur Verhinderung finanzieller Bildung?

Wohl kaum; denn unser Bildungssystem zielt ohnehin darauf ab, Untertanen zu schaffen. Da käme niemand auf die Idee, junge Menschen finanziell zu bilden. Darin sind sich übrigens Sozialisten und Konservative einig – schließlich ist allen klar, dass finanziell gebildete Bürger immer auch mündige Bürger wären, und die werden lästig.

Was würde sich ändern, wären breite Maßen in Germany finanziell gebildeter? – Neben all den privaten Vorteilen (vernünftiger Umgang mit privaten Finanzen und souveränen Konsumentscheidungen) würden die Bürger sich vielleicht nicht mehr so einfach abspeisen lassen mit Erklärungen, die in Wahrheit keine sind.

Es genügte schon, etwas Wissen zu haben, um Ungereimtheiten zu entdecken. Nur Desinteresse und Unbildung machen den Haushaltsausschuss intransparent – der Schleier des Mysteriums (Staats-)Finanzen besteht je eigentlich nur daraus.

Es grüßt